Ich wasche, ich koche, ich putze, ich spiele, ich bastle, ich räume auf und ich kaufe ein.
Ich helfe bei den Hausaufgaben. Ich fahre Nachmittags und an den Wochenenden zu Trainingseinheiten und Wettkämpfen.
Ich organisiere den Tagesablauf, so das jedes Kind möglichst auf seine Kosten kommt. Ich kümmere mich um Arzttermine, Geburtstagseinladungen und Treffen mit Freunden.
Ich fahre in Schwimmbäder, in Tierparks, zu Eisdielen und zu Spielplätzen.
Ich organisiere Kindergeburtstagsfeiern und Urlaubsreisen
Ich besorge Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke.
Ich tröste, ich höre so gut es geht zu und ich kuschele.
Und nebenbei habe noch einen Job im Büro.
Auch wenn man es vielleicht nicht gleich vermuten würde, aber beim Aufzählen all dieser manchmal nervenaufreibenden Dinge habe ich ein gutes Gefühl. Denn zwischen all dem Trubel gibts jede Menge Lieblingsmomente mit meinen Kindern, die ich nicht missen möchte.
Viele Vorwürfe
Oft ist das Muttersein jedoch auch anstrengend, überfordernd und mitunter entmutigend.
Denn die täglichen Vorwürfe seitens der Kinder aller Altersstufen bleiben nicht aus. Mama, warum hast Du das falsche Schokomüsli gekauft? Warum machst Du schon wieder Nudeln mit Tomatensoße? Warum hast Du mich so spät geweck? Warum schaltest Du mir mein Handy nicht frei? Warum sagst Du meiner kleinen Schwester nicht, dass sie aufhören soll so laut zu schreien. Du hast heute schon wieder kein Spiel mit mir gespielt. Warum schimpfst Du immer mit mir? Die Liste ließe sich bei sechs Kindern gefühlt bis ins unendliche fortführen.
Neben den Beschwerden kommen auch noch die „Befehle“ dazu: Mama, komm jetzt sofort her! Ich will jetzt aber Gummibärchen haben! Mama soll mir Milch eingiessen und sonst niemand! Bleib stehen Mama!
Aufgabenplan für die Kinder
Und wenn Bitten meinerseits kommen, dann klingt das seitens meiner Kinder ungefähr so: Warum muss ich das schon wieder machen. Die anderen machen das auch nicht. Ich habe heute keinen Tischdienst.
Bei so vielen Personen im Haus, sollte man meinen, dass nicht alles an mir hängen bleiben muss. Desshalb habe ich vor einiger Zeit einen Aufgabenplan erstellt. Je nach Wochentag haben die Kinder abwechselnd täglich eine Aufgabe: Tisch abräumen und decken, Spühlmaschiene aus- und einräumen, Wohnzimmer aufräumen, Spielkeller aufräumen, Flur aufräumen, Enten und Hühner versorgen.
Grundsätzlich ist der Plan nicht schlecht, und ab und zu klappt es ganz gut. Aber in den meisten Fällen fehlt mir die Energie und die Zeit den Plan durchzusetzen. Denn bei vielen Kinder gibt es sehr viel zu diskutieren.
Das klingt dann so: Die anderen haben ihre Aufgaben auch noch nicht gemacht. Und außerdem ist es unfair, dass XY nie etwas macht. Gestern hat YZ auch nicht aufgeräumt. Ich bin müde. Ich hatte heute Fußball und musste auch noch Hausaufgaben machen. Ich habe gestern schon die Enten reingebracht, obwohl ich gar nicht dran war. Diese Diskussionen können eine langwierige Angelegenheit werden.
Ein Problem ist auch, dass sich die Hausaufgaben oft bis in den Abend hinziehen und meiner Überredungskünste bedürfen. Es gibt mir kein gutes Gefühl, wenn ich dem Kind danach noch mehr Pflichten aufbürden muss. Das ist nicht besonders förderlich für eine gute Mutter-Kind-Beziehung. Hausaufgaben, die von Kindern nicht freiwillig und selbstständig erledigt werden, gehören aus meiner Sicht abgeschafft. Aber das ist ein anderes Thema.
Das Ende des Liedes ist, das ich die Spühlmaschiene doch selbst mache. Den Tisch deckt meistens mein 12-Jähriger. Er hilt mir am häufigsten auch freiwillig. Wohnzimmer, Flur und Keller bleiben eben unordentlich
Pflichten der Kinder
Ich frage mich regelmäßig, inwieweit ich die Kinder in die Verantwortung nehmen sollte. Einerseits, um mich selbst zu entlasten, und andererseits, damit sie lernen, dass Gemeinschaft auch bedeutet, nicht nur zu nehmen, sondern ebenso zu geben.
Bei manchen Dingen bleibt den Kindern nichts anderes übrig als selbst tätig zu werden.
Wenn ich zum Beispiel nachmittags noch beim Einkaufen bin, hilft der ein oder andere ab und zu meiner 8-Jährigen bei den Hausaufgaben. Denn die Kinder wissen, dass ab 18 Uhr die digitalen Medien nur freigegeben werden, wenn alle ihre Hausaufgaben fertig haben.
Die Großen (6., 8. und 10. Klasse) müssen sich nach der Schule selbst etwas zu essen machen. Dabei entstehen manchmal richtig leckere Gerichte. In der Regel kocht jeder für sich. Die Küche glänzt danach nicht gerade vor Sauberkeit.
Die Kinderzimmer überlasse ich den Kindern. Wenn Besuch kommt, muss vorher zumindest so aufgeräumt werden, dass man ohne Hindernisse durchkommt. Bei den beiden Kleinen helfe ich noch ein bisschen. Wie es in den Schränken aussieht, ist dann eben Geschmackssache, oder sagen wir mal: sehr individuell.
Zum Fußballtraining fahren mein 10- und mein 12-jähriger bei jedem Wetter zwei mal in der Woche mit dem Fahrrad. Auch im Herbst, wenn es bereits dunkel ist. Es stellt kein Problem für die Beiden da.
Meine 4- und meine 8-Jägrige gehen zumeist selbständig in die Badewanne und waschen sich oft sogar selbstständig die Haare. Meine 8-Jährige hat dabei die Aufgabe die Kleine nicht alleine in der Badewanne zurück zu lassen.
Vorrat an Verständnis erschöpft
Wenn ich so darüber nachdenke gibt es einige Dinge, die meine Kinder selbstständig erledigen.
Trotzdem wünsche ich mir oft etwas mehr Anerkennung und weniger Vorwürfe. An manchen Tagen ist mein Vorrat an Verständnis für die Vorwürfe erschöpft. Dann werde ich ungehalten und sage meinen Kindern klipp und klar, dass ich nicht ihr Mädchen für alles bin. Ich erinnere sie daran, dass wir eine Familie sind. Und in einer Familie ziehen nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder mit. Klar, sie sind noch jung und manche mitten in der Pupertät, aber sie müssen lernen, dass ich nicht der Blitzableiter für alles bin. Ich bin schließen keine Maschiene.
Trotzdem lohnt es sich
Trotz aller Anstrengung, Diskussionen und chaotischen Tage, ist all das definitiv lohnenswert. Denn die schönen, oft ganz alltäglichen Momente, in denen wir lachen, kuscheln, Quatsch machen oder einfach nur beieinander sind, machen jede Mühe mehr als wett.
Es erstaunt mich selbst, wie ich trotz der Belastungen und Herausforderungen immer wieder die Kraft und Motivation finde, am nächsten Tag neu zu beginnen.
Bild KI generiert durch craiyon.com

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