Vor circa vier Wochen habe ich aufgrund einer gewissen Unzufriedenheit einige Vorsätze aufgeschrieben.
Mein Ziel ist es, alltägliche, weniger angenehme Aufgaben künftig rechtzeitig anzugehen, statt sie aufzuschieben bis auf den letzten Drücker.
Das fängt früh morgens an, wenn ich wieder mal viel zu spät damit starte alles für die Kinder vorzubereiten und das Frühstück zu machen. Das ärgert mich jedes Mal. Denn so wird es frühmorgens sehr hektisch und stressig und ich kann in der kurzen Zeit nicht auf jedes einzelne Kind in dem Maße eingehen, wie es manchmal notwendig wäre.
Es geht im Laufe des Tages damit weiter, dass ich mich Nachmittags nicht rechtzeitig dazu durchringen kann, meinem Sohn beim Lernen zu unterstützen. Denn von sich aus beginnt er noch nicht damit. Er braucht meine Motivation und Unterstützung, um in die Gänge zu kommen.
Wenn am Nachmittag ein Lebensmittel-Einkauf ansteht, passiert es oft, dass ich viel zu spät losfahre. Das hat auch damit zu tun, dass ich immer wieder durch verschiedenste Anliegen meiner Kinder aufgehalten werde. Und dann kommen noch die vielen organisatorischen Dinge dazu, die ich zwischendurch mittels Handy plane.
Der Tag endet dann gezwungendermaßen damit, dass ich viel zu spät mit der Zubereitung des Abendessens starte, da ich zuvor in Zeitverzug gekommen bin.
Zeitpunkte festlegen
Also beschloss ich, dass sich etwas ändern muss. Ich legte bestimmte Zeitpunkte mit konkreten Uhrzeiten für bestimmte Tätigkeiten fest. Das klingt im ersten Moment banal, aber ich neige manchmal dazu die Uhr außer acht zu lassen.
Da kann es schon mal passieren, dass ich zum Beispiel plötzlich zwischendrin anfange einen vollgemüllten Schrank auf die Schnelle aufzuräume, obwohl ich eigentlich weiß, dass sich alle anderen Tätigkeiten durch diese Zeitverzögerung viel zu weit nach hinten rausschieben.
Oder es kann passieren, dass ich mich zu lange damit aufhalte an einem Blogeintrag weiter zu schreiben.
(Nebenbei erwähnt: Das schreiben tut mir gut. Darin kann ich mich etwas flüchten und dabei meine Gedanken sortieren. Wenn die Gedanken klarer sind, komme ich besser mit den täglichen Herausforderungen und Ärgernissen klar. Leider sind die Zeitfenster für solche Dinge oft nur kurz und gehen mit häufigen Unterbrechungen einher.)
Es kann auch passieren, dass ich mich Nachmittags noch für eine Stunde an den Rechner setzte, um meine Arbeit für die Firma meines Mannes vom Vormittag fortzuführen. Denn die Arbeit am Rechner finde ich um einiges angenehmer, als sich um Haushalt und Hausaufgaben zu kümmern.
Aber zurück zu den festgelegten Zeipunkten: Leider habe ich es in den letzten vier Wochen zumeist nicht geschafft die geplanten Zeitpunkte am Tag einzuhalten. Ich habe mir jedoch fest vorgenomme weiter an mir zu arbeiten.
Priorisierung
Wenn ich so darüber schreibe, merke ich, dass ich mir die Frage der Priorisierung stellen muss. Hohe Priorität haben natürlich die Bedürfnisse meiner Kinder. Meine Bedürfnisse darf ich jedoch auch nicht ganz außer acht lassen.
Es gibt jedoch eine Sache, die ich unbedingt verändern möchte. Ich sollte mich nachmittags seltener an den Rechner setze. Oft merke ich, dass ich mich in solchen Momenten in die Arbeit für die Firma flüchte, und dabei geraten die alltäglichen Dinge und vor allem die Zeit mit den Kindern zu kurz.
Dieser Vorsatz ist jedoch leichter aufgeschrieben, als ihn durchzusetzen. Ich habe mir in der Vergangenheit schon häufiger vorgenommen Nachmittags nicht so viel am Rechner zu sitzen. Allerdings habe ich es bisher nur in Ansätzen geschafft, mich daran zu halten.
Manchmal ist es einfach notwendig, dass ich auch am Nachmittag arbeite. Zum Beispiel, wenn eine wichtige Telefonkonferenz ansteht oder eine Aufgabe unbedingt noch am selben Tag erledigt werden muss. Denn je gewissenhafter ich meine Arbeit mache, desto besser geht es der Firma, und das wirkt sich auf lange Sicht auch positiv auf unsere finanzielle Situation aus.
Wenn es jedoch um das Wohl der Familie geht, gibt es klare Grenzen. Deshalb ist es wichtig, dass ich mir meine Prioritäten täglich bewusst mache, und die Familie dabei an erste Stelle setze. Allein das Aufschreiben dieser Gedanken hilft mir, mir das noch einmal ganz deutlich vor Augen zu führen.
Ich muss meine Vorsätze nicht perfekt einhalten, doch ich möchte mich verbessern, um meine Unzufriedenheit loszuwerden und bewusst mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen.
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