Als ich am Montagmorgen im Büro mit einem frischen Kaffee am Rechner saß, konnte ich endlich entspannt in den Tag starten. Wir eröffneten unsere morgendliche Telefonkonferenz wie gewohnt. Das erste was uns unser Kollege erzählte war, dass er gerade erst bemerkt hatte, dass ja am Wochenende Zeitumstellung war. Ich musste lachen. Wäre das schön, wenn ich so wenig von der Umstellung mitbekommen würde. Aber als Mutter mit kleinen Kindern, bleibt das wohl vorerst Wunschdenken. Unser Morgen lief heute besonders chaotisch.
Er startete damit, dass mein Sohn mich weckte, da ich verschlafen hatte. Das passiert mir so gut wie nie. Mein Handy klingelte diesen Morgen nicht. Der Akku war leer. Ich hatte es am Abend vergessen einzustecken. Naja, nun war die Stimmung bei mir erst einmal im Keller. Denn normalerweise stehe ich mindestens zwei Stunden vor den Kindern auf. Da ich es liebe mich morgens schon einmal ganz in Ruhe mit dem ersten Kaffee an den Rechner zu setzen. Aufgrund der Zeitumstellung wäre es diesen morgen eh nicht möglich gewesen. Denn unter 6 Stunden Schlaf, wäre ich tagsüber unbrauchbar. Nun gut, ich versuchte mich zu motivieren und legte los. Brezn in den Ofen, Poridge, Tee und Kaffee zubereiten, Schulranzen und Kindergartentasche im Haus einsammeln, die Brotzeitboxen herrichten, die Küche nebenbei aufräumen, den Essenstisch decken, auf meine heute anstehenden Termine und aktuelle WhatsApp-Meldungen schauen, meinen Sohn nach dem Wetterbericht und seinen anstehenden Tag fragen.
Nun war es soweit, der unangenehmste Teil startete. Die Kinder wach bekommen. Insbesondere an diesem Morgen, eine Stunde früher, ein schwieriges Unterfangen. Das Schwierigste dabei ist, geduldig zu bleiben. Denn wenn ich selbst beginne mit den Kindern zu schimpfen, gerät die gesamte Situation in eine Abwärtsspierale. Aber locker bleiben ist manchmal gar nicht so einfach. Insbesondere, wenn die Kinder mich, wie fast jeden morgen, unzufrieden anmotzen. Ich klopfte also wie immer zuerst an die Türen meiner beiden Großen und versuchte mein Glück bei den Kleinen. Hierbei lief ich mehrmals zwischen den Zimmern hin und her und die Treppe hoch und runter. Die beiden Kleinsten werden von mir samt Bettdecke zum Tisch getragen. Das ist die einfachste Methode für mich. So kann ich von der Küche aus immer wieder Weckversuche unternehmen. Naja, was soll ich sagen. Ich glaube ihr könnt euch die Situation bereits vorstellen. Wie bewege ich nun die Kinder zum essen, anziehen und Zähne putzen. Wenn ich es geschafft habe, die Kinder dazu zu bewegen mit mir ein Gespräch zu führen, wird erst einmal darüber diskutiert was genau ich denn servieren soll. Wer möchte heute Poridge, oder lieber Müsli, eine Breze mit Butter, oder doch lieber mit Nudossi. Ich renne inzwischen mehrmals wieder hoch um sicher zu gehen, dass die anderen Kinder nicht weiter schlafen.
An manchen Tagen ist es einfacher, an manchen schwieriger und an manchen erscheint es mir unmöglich die Kinder überhaupt dazu zu bewegen in Schule und Kindergarten aufzubrechen. Heute war es die dritte Variante. Hier jedem Kind das richtige Maß an Aufmerksamkeit zu geben, ist eine Zerreißprobe. Mehrere Anliegen werden an mich herangetragen. Irgendwelche Zettel, die wie immer am Abend vergessen wurden und noch unterschrieben werden müssen, kommen zum Vorschein. Zeit zum Durchlesen bleibt da nicht mehr. Oft wird einfach mit dem Handy abfotografiert und der Termin schnell im Kalender notiert, denn sonst ist er sofort wieder vergessen. Manch eines der Kinder braucht noch eine individuelles, gezwungenermaßen sehr kurz gehaltenes Gespräch und eine Kuscheleinheit, weil ihm/ihr irgend etwas Sorgen bereitet. So hetze ich kreuz und quer, hoch und runter durchs Haus und versuche es jedem Kind recht zu machen. Gemotze seitens der Kinder und viel zu oft auch meinerseits bleibt dabei nicht aus.
Es ist ein Wunder, wie ich es dann doch jeden Morgen schaffe alle Kinder aus dem Haus zu bekommen. Das Jüngste ist hierbei die Letzte. Sie wird von Papa in den Waldkindergarten gefahren. Also schnell auf die Toilette und Zähneputzen. Welche Taktik und Überredungskünste wende ich heute an, damit sie beim Anziehen freiwillig mitmacht. Manchmal hilf das Kätzchen, dass mit in den Kindergarten darf, oft die Wärmflasche aber hin und wieder scheint es aussichtslos und ich muss im Tonfall härter werden. Die Zeit rennt. Mein Mann muss los, sonst schafft er es nicht mehr bis zur morgendlichen Telefonkonferenz. Wenn die Kleine endlich dem Wetter entsprechend, meistens mit Matchhose und allem drum und dran, eingepackt ist, geht’s los. Ich bringe sie noch zum Auto und es wird sich mit Küsschen und Kuscheleinheiten noch fleißig verabschiedet.
Puh, und jetzt kurze durchatmen. Dazu bleibt kaum Zeit. Hühner und Enten versorgen, anziehen, Brotzeit fürs Büro einpacken und los geht’s in den Tag. Der Vormittag meistens etwas ruhiger im Büro, der Nachmittag fast immer chaotisch mit privaten Terminen und schulischer Unterstützung.
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